Galileo

Wirkungsweise und Verwendungszweck

Das Galileo-System ist ein für Astronauten entwickeltes Trainingsgerät und stimuliert Muskeln mit Hilfe von mechanischen Schwin- gungen. Erzeugt durch eine Wippbewegung, rufen die Schwingungen im rhythmischen Wechsel zwischen linker und rechter Körper- seite reflektorisch physiologisch Bewegungs- muster hervor. Diese Reflexe führen zu schnellen, präzisen Muskelbewegungen, die unabhängig vom Willen ablaufen.

Anstatt willentlicher Betätigung der Muskeln werden die Muskelkontraktionen beim Galileo-Training durch Dehnreflexe ausge- löst. Der Trainierende hat keinen direkten Einfluß auf die Muskeltätigkeit selbst, er kann lediglich durch Körperhaltung, Variation der Körpersteifigkeit, Bewegungen und Fre- quenzwahl die Intensität und das Trainings- ziel steuern.

Ein weiterer massgeblicher Unterschied ist die Wiederholungszahl der Trainingszyklen. Bei einer  Trainingssitzung von zB. 3 Min. bei 25 Hertz erfolgen 4500 Muskelkontraktionen - jeweils in Beuger- und Streckermuskulatur. Diese Wiederholungszahlen gewährleisten koordinative Verbesserungen und sind mit keiner herkömmlichen Trainingsform in ver- tretbarer Zeit zu schaffen.

Eine gut funktionierende und zugleich lei- stungsfähige Muskulatur ist Voraussetzung für gesunde Gelenke und Knochen, die Ver- hinderung und Behandlung etwa von Volks- leiden wie Osteoporose/Osteopenie und Rückenproblemen. Nicht zuletzt ist die Funk- tionstüchtigkeit der Muskulatur unab-dingbar für sicher koordinierte Bewegungsmuster – besonders im Alter. Auch im Sportbereich wird zunehmend Wert auf sinnvolle und zu- gleich effektive Trainingsmethoden gelegt.

Dabei steht im Vordergrund, sowohl die Leistungsfähigkeit der Muskulatur zu steigern und zugleich die für die Sportart individuellen koordinativen und technischen Fähigkeiten zu optimieren. Die Muskulatur ist eingebettet in einen komplexen Regelkreis bestehend aus:

  • Gehirn
  • Rückenmark, peripheres Nervensystem
  • Muskel, Bänder und Sehnen
  • Knochen und Gelenke

Man weiß, dass der Muskel in der Lage ist, sich durch angemessene mechanische Reize mehrmals in der Sekunde zusammenzuzie- hen und zu entspannen. Hierfür hat sich als wirksamste Wiederholung eine Frequenz von 20 bis 30 Hz erwiesen.

Die Kontraktions- bzw. Relaxationszeit des Muskels beträgt jeweils durchschnittlich 20ms (Millisekunden). Die daraus resultie- rende Zykluszeit von 40ms entspricht einer Frequenz von 25Hz. Hierbei sind folgende Wirkungsweisen zu beachten:

  • Höhere Frequenz = kontinuierliche Kontraktion
  • Niedrigere Frequenz = höhere Relaxationswirkung

Galileo arbeitet als Wippe mit einer Ampli- tude von bis zu +/- 5,4mm bei veränderbarer Frequenz, wobei der menschliche Gang si- muliert und eine Aktivierung der Muskulatur bis in den Oberkörper ausgelöst wird. Gleich- zeitig wird eine verbesserte Leistungsfähigkeit durch optimale intra- und intermuskuläre Koordiantion erreicht. Schon nach wenigen Minuten dieses Trainings haben die betrof- fenen Muskeln bzw. ganze Muskelketten viele hundert stimulierende Aufbaureize be- kommen. Stoffwechsel, Durchblutung und Temperatur der trainierten Körperteile werden so gesteigert.